05.06.2018

Ask the locals: 43einhalb im Interview mit Torsten Gröger

Nachdem er uns seit 5 Jahren tatkräftig bei jeder einzelnen Produktion unseres Mags unterstützt, war es schon lange an der Zeit, dass wir Torsten und sein Team von creart mal vorstellen. Seit 2013 lassen wir das 43einhalb Magazin, das ihr gerade in den Händen haltet, bei ihm in der lokalen Druckerei unseres Vertrauens produzieren.

 

Hey Torsten, wer steht eigentlich hinter der Werbeagentur creart und deren Druckerei? Stell dich und dein Team doch mal kurz vor.

Als Prokurist leite ich die Druckerei unserer Agentur und bin Teil eines insgesamt rund 30-köpfigen Mitarbeiter-Teams, das sich um die aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte von der Idee bis zum fertigen Produkt kümmert. Das heißt, unsere Werbeagentur, Druckerei und die Multimedia-Unit arbeiten Hand in Hand – und das macht uns aus. Wir denken nicht nur – wir machen auch. D. h. wir setzen Ideen auch tatsächlich in die Realität um, egal ob Print-Broschüre oder Website. Dabei ist creart bereits seit 1970 in Fulda verwurzelt und hat schon so manche bekannte Unternehmenskommunikation und Marke wie etwa das Bionade-Logo gestaltet.

 

Wie sieht der Alltag in einer Druckerei für eine Werbeagentur aus? Was reizt dich besonders an deinem Job? Welche Herausforderungen sind zu meistern?

In unserer Druckerei verarbeiten wir zahlreiche unterschiedliche Jobs, von der einfachen Produktion in hoher Auflage bis zur Spezialanfertigung mit aufwendigen Details. Die Arbeit als Prokurist einer Agenturdruckerei macht mir vor allem deshalb Spaß, weil sie so vielseitig ist und Einfallsreichtum gefragt ist. Wir sind im Markt für spezielle Lösungen bekannt und dafür, dass wir Printprodukte entwickeln, an die sich manch andere nicht herantrauen. Unsere tägliche Herausforderung ist es daher, Lösungen zu finden, die wirken und dabei für den Kunden bezahlbar bleiben. Dabei kommen unsere Jobs nicht zwingend nur aus der eigenen Agentur, sondern auch von externen Auftraggebern, wie etwa Produktionsagenturen.

 

Euer Portfolio umfasst die unterschiedlichsten Branchen, Kunden und Projekte. Was war bisher euer außergewöhnlichster Auftrag?

Das ist gar nicht so einfach, da einen Auftrag auszuwählen. Viele spannende Projekte durfte ich bisher schon begleiten, wie zum Beispiel die Kampagne „Demokratie Leben!“ von Scholz & Friends Neumarkt für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Besonderheit: Die Verwendung von Tagesleuchtfarben brachte Plakate und Kartensets zum Strahlen und unterstützt so optimal den „aktivierenden“ Gedanken hinter der Kampagne. Vom Auftrag bis zur Auslieferung in Berlin vergingen nur drei Tage, wobei die Farbe aus Südfrankreich eingeflogen wurde. Gleich dem Kampagnen-Motto „Wer, wenn nicht wir“ haben wir die Hamburger Agentur mit viel Fingerspitzengefühl und der richtigen Druckmaschine von unserer qualitativ hochwertigen Arbeit überzeugt. Ein weiterer Auftrag, der sicherlich nicht alltäglich ist, war für uns die Bedruckung von Innenhüllen für Vinyl-Schallplatten. Als einer der letzten Anbieter in ganz Deutschland ist es uns möglich diese doppelseitigen Papierhüllen inkl. Folie in nur einem Arbeitsgang zu bedrucken.

 

Bei eurer Produktion legt ihr großen Wert auf Nachhaltigkeit. Auch unser Magazin wird auf Papier aus verantwortungsvollen Quellen gedruckt. Wo und wie wird das Papier produziert?

Jede Druckerei braucht Papier – und zwar jede Menge davon. Wir als Unternehmen fühlen uns deshalb verpflichtet, mit dieser Ressource so verantwortungsvoll wie möglich umzugehen. Schließlich sollen auch die kommenden Generationen die Möglichkeit haben, den Wald so kennen zu lernen und zu nutzen, wie wir es heute tun. Daher haben wir uns bereits 2010 dazu entschlossen, unsere Druckerei FSC und PEFC zertifizieren zu lassen. Die beiden genannten Organisationen setzen sich nämlich für eine nachhaltige Forstwirtschaft ein und verleihen ihr Siegel nur Unternehmen, die eine nachvollziehbar ressourcenschonende Produktion unterstützen. Doch Nachhaltigkeit beschränkt sich bei uns nicht nur auf das für die Produktion verwendete Papier. Auch der Druckprozess an sich läuft bei uns seit 2014 chemiefrei ab, indem wir auf eine prozessfreie Druckplatte von KODAK umgestellt haben. Seit 2016 und der Umstellung auf unsere neue Druckmaschine begleiten wir KODAK dabei, ihre Platten weiter zu entwickeln und konnten dabei die Haltbarkeit verfünffachen.

 

Der schönste Moment für uns ist es jedes Mal, wenn unser Magazin frisch aus dem Druck kommt und wir es in den Händen halten dürfen. Und auch unsere Kunden freuen sich immer wieder über die kleine Lektüre zu ihren Bestellungen. Deshalb können wir die allgegenwärtige Diskussion nicht nachvollziehen. Was meinst Du? Sterben Printmedien in naher Zukunft aus?

Print ist tot, lang lebe Print… oder so war doch der Spruch! Nein, jetzt Mal im Ernst: Da wir als Menschen die Umwelt mit all unseren Sinnen wahrnehmen, ist Druck durch seine Haptik eine tolle Ergänzung im Medienmix und sollte nicht vernachlässigt werden. In Zeiten, in denen alles immer schneller geht, genießen viele die entschleunigende Wirkung von Printprodukten. Ich glaube, dass sich alles verändert, aber in welche Richtung kann glaube ich keiner sagen. Das ist wie mit den Schallplatten, die braucht auch keiner mehr, aber wir drucken so viele Hüllen dafür wie wir es noch nie zuvor gemacht haben.

 

Torsten, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast & natürlich für deine Unterstützung bei unserer Magazin Produktion!

 

 

 

 

 

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